Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [388]: Bernert, Richard – Mitarbeiter an der II. medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und Militärarzt an der IV. internen Abteilung im Garnisonsspital Nr. 1 in Wien

Bernert, Richard – Mitarbeiter an der II. medizinischen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und Militärarzt an der IV. internen Abteilung im Garnisonsspital Nr. 1 in Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 26.08.2026

Keywords: Allgemeines Krankenhaus Wien, Militärarzt, Garnisonsspital Nr. 1, Medizingeschichte, Wien

Richard Bernert wurde am 24. Oktober 1870 als Sohn des Schneidermeisters Johann Bernert und dessen Ehefrau Maria Francisca, geborene Winternitz, in Wien geboren.

Nach dem Besuch des Gymnasiums an der k.k. Thersianischen Akademie in Wien, wo er 1889 die Matura ablegte, studierte Bernert an der Universität Wien Medizin. Am 28. Februar 1896 promovierte er zum Doktor der gesamten Heilkunde. Bereits während des Studiums interessierte er sich für medizinische Chemie. 1892 wurde er zum Demonstrator am Institut für angewandte medizinische Chemie der Universität Wien unter dessen Vorstand Ernst Ludwig (1842-1915) bestellt, wo er bis April 1895 tätig war. Daneben trat er 1893 als Hospitant in die II. medizinischen Klinik unter Edmund Neusser (1852-1912) ein, der er – mit Unterbrechungen durch Studienaufenthalte im Ausland – bis 1899 angehörte. An der Klinik verfasste er gemeinsam mit Karl Stejskal (1872-1945) die Arbeit „Ein Beitrag zur Frage nach dem minimalen Stickstoffumsatz bei perniciöser Anämie“.

Seite Tätigkeit an der Universität Wien unterbrach er durch mehrere Studienaufenthalte im Ausland. 1896/97 arbeitete er am I. chemischen Universitätslaboratorium in Heidelberg bei Professor Viktor Meyer (1848-1897) sowie an der Medizinischen Universitätsklinik in Heidelberg unter Wilhelm Heinrich Erb (1840–1921). 1897/98 war er an der von Bernhard Naunyn (1839-1925) geleiteten Medizinische Klinik der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg tätig, wo er unter der Leitung des Privatdozenten Dietrich Gerhardt (1866-1921) klinische Arbeiten durchführte. Am physiologisch-chemischen Institut der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg befasste er sich unter Franz Hofmeister (1850–1922) mit Eiweißchemie. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen veröffentlichte er in der Hoppe-Sayler‘s Zeitschrift für physiologische Chemie unter dem Titel „Ueber Oxydation von Eiweiss mit Kaliumpermanganat“.[1]

Im Oktober 1899 erfolgte seine Ernennung zum Assistenten an der II. medizinischen Klinik im Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Diese Stellung behielt er bis zum Jahr 1902. Daneben führte er Arztpraxis in Wien 4, Favoritenstraße 22.[2]

Militärarzt im Garnisonsspital Nr. 1 in Wien

Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde Bernert im November 1896 dem Garnisonsspital Nr. 1 zugewiesen.[3] 1902 wurde er im landwehr-ärztlichen Offizierskorps zum Oberarzt beim Landwehrinfanterieregiment Wien Nr. 1 ernannt. Zuvor hatte er dem nichtaktiven Stand der Landwehr bei der Division der berittenen Tiroler Landschützen angehört.[4]

Im Oktober 1902 verließ er die die II. medizinische Klinik und trat als Berufsmilitärarzt in das k.k. landwehrärztliche Offizierskorps ein. Vom 1. Oktober 1903 bis 1. Oktober 1904 war er der von Julius Wagner-Jauregg (1857-1940) geleiteten Psychiatrischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Wien zugeteilt.

Am 1. Oktober 1905 wurde Bernert dem Garnisonsspital Nr. 1 zugeteilt und arbeitete zunächst als Sekundararzt an der unter der Leitung von Alois Pick (1859-1945) stehenden IV. internen Abteilung. Im selben Jahr wurde er zum Regimentsarzt ernannt.[5] 1906 erfolgte seine formelle Transferierung vom Landwehr-Infanterieregiment Wien Nr. 1 in den Aktivstand des k.u.k. militärärztlichen Offizierskorps.[6]

In dieser Zeit publizierte Bernert eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten, darunter 1904 „Zur Kasuistik der Claudication intermittente“,[7] 1909 „Ueber das Vorkommen von Aortenaneurysmen im jugendlichen Alter und nach akutem Gelenkrheumatismus“ und „Beitrag zur multiplen posttyphösen Periostitis“, sowie 1910 „Zur Klinik des Pericarditis exsudativa“.[8]

Am 1. Oktober 1910 übernahm Bernert als Chefarzt die Leitung der IV. internen Abteilung des Garnisonsspitals Nr. 1 in Wien.

Bernert war langjähriger Mitarbeiter der Wiener klinischen Rundschau und seit 1899 Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.[9]

Richard Bernert verstarb am 15. November 1910 in Wien. Einen Nekrolog verfasste seine ehemaliger Vorgesetzter Alois Pick für die Zeitschrift Der Militärarzt.[10]

Quellen:

Rk Erzdiözese Wien, 04 Wieden (Paulaner-Kirche), Taufbuch 01-26, Folio 137, 1870, Bernert Richard.

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-40b, Bernert Richard (Rigorosum Datum: 1892).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 188-451, Bernert Richard (Promotion Datum: 28.2.1896).

Literatur:

Bernert, Richard und Karl Stejskal: Ein Beitrag zur Frage nach dem minimalen Stickstoffumsatz bei perniciöser Anämie. Aus der II. medicinischen Klinik in Wien (Hofrat Prof. Neusser). Sonderdruck aus: Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie. O.O.: Springer o.J.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Bernert, Richard: Ueber das Vorkommen von Aortenaneurysmen im jugendlichen Alter und nach akutem Gelenkrheumatismus. Aus der Abteilung für innere Krankheiten des O.-S.-A. Prof. Dr. A. Pick. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medizin. Berlin: Verlag von August Hirschwald [1909].

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Bernert, Richard: Beitrag zur multiplen posttyphösen Periostitis. Aus der internen Abteilung des k. und k. Garnisonsspitales Nr. 1 in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Rundschau. Wien: Verlag der „Wiener klinischen Rundschau“ 1909.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Zeitschrift für physiologische Chemie, Band 26, 1898/99, S. 272-307.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1899, Sp. 1558.

[3] Wiener Zeitung, 18.11.1896, S. 1.

[4] Wiener Zeitung, 30.9.1902, S. 2.

[5] Neue Freie Presse, 2.5.1905, S. 17.

[6] Wiener Zeitung, 28.12.1906, S. 1.

[7] Wiener klinische Rundschau, Nr. 41, 1904, S. 739-741; Nr. 42, 1904. S. 758-760; Nr. 43, 1904, S. 776-779.

[8] Medizinische Klinik, Beiheft Nr. 4, 1910, S. 97-128

[9] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 13, 1899, S. 359.

[10] Der Militärarzt, Nr. 22, 1910, Sp. 270.

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Letzte Aktualisierung: 2026.08.26

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [387]: Prager, Karl – Ober-Polizeiarzt in Wien Ottakring und Margareten

Prager, Karl – Ober-Polizeiarzt in Wien Ottakring und Margareten

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 24.08.2026

Keywords: Polizeiarzt, Augenarzt, Krankenhaus Wieden, Polizeidirektion Wien, Medizingeschichte, Wien

Karl Prager wurde am 7. September 1863 als Sohn von Ignatz Isak Prager (1823-1873) und Marie Prager (1836-1913), geborene Landesmann, in Mährisch-Budwitz (heute: Moravské Budějovice/Tschechien) in Mähren geboren. 1901 heiratete er Louise Strach (1879-27. Juni 1940 Wien) mit der er gemeinsam die beiden Kinder Marianne Prager (1902-1982) und Guido Prager (1905-1979) hatte.

Prager studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 28. Juni 1888 zum Doktor der gesamten Heilkunde. Im August 1888 wurde er nach der Ableistung seines Militärdienstes dem Garnisonsspital Nr. 1 in Wien zugewiesen.[1] 1889 eröffnete er an seinem Wohnort in Wien 10, Favoritenstraße 32, eine private Arztpraxis. Später war er in Wien 5, Margaretenstraße 80, wohnhaft.

Nach seinem Studium arbeitete Prager als Sekundararzt an der unter der Leitung des Primarius Hans Adler (1843-1923) stehenden Augenabteilung am k.k. Krankenhaus Wieden. Hier veröffentlichte er 1892 „Ein Fall von Cystircercus cellulosae in der vorderen Augenkammer“.

Während des Ersten Weltkrieges gehörte Prager dem landwehrärztlichen Offizierskorps in Evidenz an und wurde im Oktober 1914 zum Regimentsarzt ernannt.[2]

Polizeiarzt in Wien

Im Frühjahr 1893 wurde Prager vom niederösterreichischen Satthalter Graf Erich von Kielmansegg (1847-1923) zum Polizei-Assistenzarzt der k.k. Polizeidirektion Wien ernannt.[3] Zunächst war er der Polizeidienststelle im Bezirk Ottakring zugeteilt. Um 1902/03 wurde er in den Bezirk Margareten versetzt, wo auch Gustav Adler (1857-1928) als Polizeibezirksarzt seinen Dienst versah. 1905 erfolgte Pragers Ernennung zum Bezirksarzt.[4] 1912 wurde er zum Polizei-Oberbezirksarzt ernannt.[5] 1920 erhielt er den Titel eines Regierungsrates.[6] Anlässlich seiner Versetzung in den Ruhestand wurde ihm 1923 der Titel eines Hofrates verliehen.[7]

Karl Prager verstarb am 2. Juni 1924 in Wien. Seine Familie wurde nach dem „Anschluss“ im März 1938 wegen ihrer jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten verfolgt.

Prager Karl: Todesanzeige, Neue Freie Presse, 3.6.1924, S. 19.

Quellen:

Matriken der IKG Wien: Trauungsbuch 1901, Prager Karl, Strach Louise.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0194, Prager Karl (Nationalien Datum: 1882/83).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-296a, Prager Karl (Rigorosum Datum: 1886).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 186-2298, Prager Karl (Promotion Datum: 28.6.1888).

Literatur:

Prager, Karl: Ein Fall von Cystircercus cellulosae in der vorderen Augenkammer. Von der Augenabtheilung des Primarius Dr. Hans Adler. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Verlag von Alfred Hölder, k.k. Hof u. Universitäts-Buchhändler 1892.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Österreichischer Soldatenfreund, 3.8.1888, S. 442.

[2] Der Militärarzt, Nr. 26, 1914, Sp. 503.

[3] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 4.4.1893, S. 154.

[4] Die Zeit, 30.6.1905, S. 4.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 25, 1912, Sp. 1718.

[6] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1920, Sp. 1063.

[7] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 15, 1923, Sp. 719.

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Letzte Aktualisierung: 2026.08.24

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [386]: Karg, Michael – Leiter und Primararzt des Wiener Waisenhauses

Karg, Michael – Leiter und Primararzt des Wiener Waisenhauses

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.08.2026

Keywords: Kinderarzt, Wiener Waisenhaus, Frauen-Wohltätigkeits-Verein für Wien und Umgebung, Medizingeschichte, Wien

Michael Karg wurde am 30. September 1811 in Nikolsburg in Mähren (heute: Mikulov/Tschechien) geboren.

Karg studierte an der Universität Wien Medizin. Am 19. Dezember 1836 wurde er zum Dokter der Medizin promovierte und erwarb den Grad eines Magisters der Geburtshilfe. Am 4. August 1839 folgte die Promotion zum Doktor der Chirurgie.

Anschließend war er als Privatarzt in Wien tätig, zunächst in Breitenfeld, Andreasgasse 15, danach in St. Ulrich, Neue Schottengasse Nr. 130.

K.k. Wiener Waisenhaus am Alsergrund

1851 wurde Karg zum Hausarzt und Ordinarius des k.k. Wiener Waisenhauses ernannt. Die 1742 gegründete Anstalt war 1785 unter Kaiser Joseph II (1741-1790) vom Rennweg in die Carlgasse Nr. 259-262 in der Alservorstadt verlegt worden.[1] Karg wohnte auch im Anstaltsgebäude.

1864 legte er dem Wiener Doktoren-Kollegium einen Entwurf zur Organisation der Waisenhäuser in sanitätspolizeilicher Hinsicht vor. [2] Seit etwa 1854 war er außerdem im Sanitäts-Department der niederösterreichischen Statthalterei in Verwendung. 1867 erhielt er den Titel eines Primararztes am Waisenhaus.[3]

Von Karg sind mehrere medizinische Veröffentlichungen überliefert. Dazu gehört die 1854 in der Wiener medizinischen Wochenschrift erschienene Artikelserie „Rückblick auf die Krankenbewegung in den niederösterreichischen Kranken- und Humanitätsanstalten im Jahre 1853“.[4] Im folgenden Jahr veröffentlichte er die „Darstellung der Masernepidemie unter den Zöglingen des k.k. Waisenhauses in den Monaten Jänner, Februar und März 1855“.[5]

1866 publizierte er die Schrift „Über Meningitis cerebro-spinalis und die Priorität ihrer Beobachtung im k.k. Waisenhaus für Knaben in Wien im Jahr 1863“. 1870 erschien in der Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien sein „Hauptbericht über die vom 12. April bis Ende Mai 1869 unter den Zöglingen des k.k. Waisenhauses bestandenen Masernepidemie“.[6]

Im Anschluss an den Deutschen Krieg von 1866 wurde Karg 1867 mit dem Orden der Eisernen Krone dritter Klasse ausgezeichnet.[7]

Frauen-Wohltätigkeits-Verein für Wien und Umgebung im Zweigverein Wien Rossau

Seit etwa 1851/52 war Karg als Vereinsarzt des Rossauer Zweigvereins des Frauen-Wohltätigkeits-Vereins für Wien und Umgebung tätig.[8]

Zentralverein für Kostkinder-Beaufsichtigung und Krippen

Spätestens seit 1858 gehörte Karg dem Zentralverein für Kostkinder-Beaufsichtigung und Krippen an. In dem im Jahr 1854 gegründeten Zweigverein in Lichtenthal, einem sozialen Brennpunkt im heutigen neunten Wiener Gemeindebezirks während der beginnenden Industrialisierung Wiens, wirkte er als Hausarzt beziehungsweise „besuchender Arzt“.[9]

Michael Karg verstarb am 1. August 1884 in Wien.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-115a, Karg Michael (Rigorosum Datum 1836).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 175-852, Karg Michael (Promotion Datum 19.12.1836).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 175-141, Karg Michael (Promotion/Chirurgie Datum 4.8.1839).

Rk-Erzdiözese Wien, Sterbebuch 09 Rossau, Sign. 03-09, 1.8.1884, Karg Michael

Literatur:

Karg, Michael: Ueber Meningitis cerebro-spinalis und die Priorität ihrer Beobachtung im k.k. Waisenhause für Knaben in Wien im Jahre 1863. Sonderdruck aus: Zeitschrift der k.k. Ärzte zu Wien. Wien: Druck von Carl Ueberreuter 1866.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 1, 1851, Sp. 16.

[2] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 7.6.1864, S. 181.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 19, 1867, Sp. 303.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 37, 1854, Sp. 587-589; Nr. 38, 1854, Sp. 605-606; Nr. 39, 1854, Sp. 622-623.

[5] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, Nr. 35, 1855, S. 559-562; Nr. 36, 1855, S. 578-583.

[6] Zeitschrift der k.k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien, Nr. 35 1870, S. 347-351; Nr. 36, 1870, 354-360; Nr. 37, 1870, S. 362-368.

[7] Die Presse, 2.3.1867, S. 14.

[8] Jahresbericht des Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines für Wien und Umgebung, Wien 1852, S. 10.

[9] Krippenkalender für das Jahr 1858. Jahrbuch für Frauen und Mütter, Wien 1858, S. 32.

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Letzte Aktualisierung: 2026.08.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [385]: Berger, Arthur – Neuropathologe an der I. medizinischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Berger, Arthur – Neuropathologe an der I. medizinischen Klinik am Allgemeinen Krankenhaus Wien

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.08.2026

Keywords: Neuropathologe, I. medizinische Klinik, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien

Arthur Berger wurde am 27. August 1871 als Sohn von Hermann Berger und dessen Ehefrau Julie (geb. 1840), geborene Kreuzer, in Wien geboren.

Er studierte an der Universität Wien Medizin und wurde am 19. Mai 1899 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Anschließend eröffnete er eine private Arztpraxis in Wien 2, Praterstraße 11[1] und später in Wien 1, Krugerstraße 13.

Daneben war Berger zunächst als Hospitant am Nervenambulatorium der I. medizinischen Klinik tätig, die von Hermann Nothnagel (1841-1905) und nach ihm von Carl von Noorden (1858-1944) geleitet wurde. Hier erschienen von ihm im Jahr 1900 die Arbeit „Ueber den Einfluss reiner Milchdiät bei Diabetes mellitus“, es folgten 1901 die Beiträge „Zur Frage der spinalen Blasenstörungen“ und „Zur Kenntnis der Athetose[2] sowie 1904 die Arbeit „Ein Fall von Tumor der Hypophysengegend mit Obductionsbefund“.

Foto: Berger Arthur, Österreichische Illustrierte Zeitung, 21.7.1907, S. 955.

Seit 1904 war Berger ordentliches Mitglied der Gesellschaft[3] der Ärzte in Wien, darüber hinaus gehörte er der Gesellschaft für innere Medizin in Wien an.

Arthur Berger verstarb am 14. Juli 1907 in Wien.

Posthum erschien 1909, auf der Grundlage seiner hinterlassenen Aufzeichnungen und redigiert von Otto Marburg (1874-1948) sein Aufsatz „Zur Frage der Tabes mit Hirnnervenlähmung“.[4]

Todesanzeige: Berger Arthur, Neue Freie Presse, 15.7.1907, S. 13.

Quellen:

Matriken der IKG Wien, Geburtsbuch 1871, Berger Arthur.

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0444, Berger Arthur (Nationalien Datum: 1894/95).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 195-014b, Berger Arthur (Rigorosum Datum: 17.5.1899).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 189-0135, Berger Arthur (Promotion Datum: 19.5.1899).

Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Berger Arthur.

Literatur:

Berger, Arthur: Ueber den Einfluss reiner Milchdiät bei Diabetes mellitus. Aus der I. medicinischen Klinik des Herrn Hofrathes Prof. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Wiener klinische Rundschau. Wien: Verlag von Johann N. Nervay 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Berger, Arthur: Zur Frage der spinalen Blasenstörungen. Aus der I. med. Klinik des Herrn Hofrat Prof. Dr. Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Deutsche Zeitschrift für Nervenheilkunde. Leipzig: Verlag von F.C.W Vogel 1901.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Berger, Arthur: Ein Fall von Tumor der Hypophysengegend mit Obductionsbefund. Aus der I. medicinischen Klinik des Herrn Hofrath Nothnagel in Wien. Sonderdruck aus: Zeitschrift für klinische Medicin. Berlin: L. Schumacher 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 33, 1899, Sp. 1558.

[2] Wiener klinische Rundschau, Nr. 41, 1901, S. 751-752.

[3] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 15, 1904, S. 427.

[4] Wiener klinische Rundschau, Nr. 47, 1909, S. 743-749.

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BBL:  50191 (17.08.2026)
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Letzte Aktualisierung: 2026.08.17

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Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [384]: Hamburger, Emil Wolfgang – Bade- und Brunnenarzt in Franzensbad

Hamburger, Emil Wolfgang – Bade- und Brunnenarzt in Franzensbad

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.08.2026

Keywords: Badearzt, Medizingeschichte, Prag, Franzensbad

Emil Wolfgang Hamburger wurde am 17. April 1843 als Sohn des Arztes Wolf Hamburger und dessen Ehefrau Fridericka Hamburger, geborene Gosdorfer (1811-1879), in Deutsch Gabel bei Reichenberg in Böhmen (heute: Jablonné v Podještědí, Liberec/Tschechien) geboren. Er war mit Ida Frankenthal verheiratet; aus der Ehe ging die Tochter Elsa Hamburger hervor.

Hamburger studierte an der Universität Prag Medizin und promovierte 1867 zum Doktor der Medizin. 1868 erwarb er den Titel eines Magisters der Geburtshilfe und 1869 jenen eines Doktors der Chirurgie.[1] Anschließend arbeitete er als Sekundararzt im Allgemeinen Krankenhaus in Prag.

Kuranstalt Franzensbad

Im März 1869 ließ sich Hamburger als Badearzt in Franzensbad nieder. 1870 veröffentlichte er bei Sigmund Bensinger (1825-1896) in Prag die Monografie „Die Heilmittel von Franzensbad in ihrer Beziehung zu den Krankheiten des Weibes für gebildete Frauen populär dargestellt“, die 1877 in zweiter Auflage erschien. Seit 1875 gehörte Hamburger einem örtlichen Komitee an, das Geldmittel für die Abhaltung russisch-orthodoxer Gottesdienste und die beabsichtigte Errichtung einer orthodoxen Kirche in Franzensbad sammelte. Während seiner Tätigkeit als Arzt in Franzensbad veröffentlichte Hamburger mehrere wissenschaftliche Arbeiten. Dazu gehören die 1876 im Laboratorium von Professor Karl Hugo Huppert (1832-1904) an der Universität in Prag, entstandene Arbeit „Über die Resorption von Arzneistoffen durch die Vaginalschleimhaut“ sowie die und 1878 erschienene Untersuchung „Ueber die Aufnahme und Ausscheidung des Eisens“.

Österreichische Badezeitung

Ab April 1872 gab Hamburger gemeinsam mit dem Sanitätsrat und Brunnenarzt Friedrich Boschan (1818-1882) die „Oesterreichische Badezeitung. Organ für die Interessen der europäischen Kurorte und des Kurpublikums“ heraus.[2] Die Zeitung richtete sich über die Habsburgermonarchie hinaus an Badeärzte, Kurverwaltungen und Kurgäste im gesamten deutschsprachigen beziehungsweise europäischen Raum. Nach Boschans Rückzug aus der Herausgeberschaft redigierte Hamburger die Zeitschrift zunächst alleine und später gemeinsam mit dem Franzensbader Brunnenarzt Bernhard Raumann (1840-1886) weiter. Bis 1886 gehörte er zu ihren Herausgebern.

1878 wurde Hamburger als wirkliches Mitglied in die Gesellschaft der Ärzte in Wien aufgenommen.[3] 1883 erhielt er den Titel eines königlich preußischen Sanitätsrats.[4] In Franzensbad erwarb er das Bürgerrecht und wurde in den Stadtrat gewählt.

Emil Wolfgang Hamburger verstarb am 21. März 1888 in Wien.

Todesanzeige: Hamburger Emil Wolfgang, Neues Wiener Tagblatt (Tagesausgabe), 24.3.1888, S. 15.

Literatur:

Hamburger, Emil Wolfgang: Über die Resorption von Arzneistoffen durch die Vaginalschleimhaut. Aus dem Laboratorium des Professor Huppert in Prag. Sonderdruck aus: Prager Vierteljahrsschrift. Leipzig: Druck von J.B. Hirschfeld 1876.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Hamburger, Emil Wolfgang: Ueber die Aufnahme und Ausscheidung des Eisens. Sonderdruck aus: Zeitschrift für physiologische Chemie. Strassburg: Karl J. Trübner 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Vierteljahrschrift für die praktische Heilkunde, Bd. 1, Misceellen, 1867, S. 5; Bd. 2, Miscellen, 1869, S. 6; Bd. 1, Miscellen, 1869, S. 8.

[2] Österreichische Badezeitung, Nr. 1 Probe-Nummer, 14.4.1872, S. 1.

[3] Fremden-Blatt, 3.4.1878, S. 12.

[4] Neue Freie Presse (Abend-Blatt), 8.11.1883, S. 1.

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Letzte Aktualisierung: 2026.08.17

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Paediatric Neurorehabilitation

Mole, Tracey [HerausgeberIn]Martinuzzi, Andrea [HerausgeberIn]
2026
 

4

 
 
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Heilmittel-Report 2026 : Qualität der Heilmittelversorgung

Schröder, Helmut [HerausgeberIn]Kopkow, Christian [HerausgeberIn]Waltersbacher, Andrea [HerausgeberIn]Bachayov, Nadescha [HerausgeberIn]Schreyögg, Jonas [HerausgeberIn]
2026
 

5

 
 
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Kindergesundheit und Klimawandel

Holzinger, Dirk, 1976- [HerausgeberIn]
2026
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Letzte Aktualisierung: 13.08.2026

Scientific Writing Hacks: JoVE: Information Literacy: Plagiarism & Citation Ethics

Hack #91: JoVE: Plagiarism & Citation Ethics
Plagiat bedeutet die Übernahme fremder Worte, Ideen oder Daten ohne korrekte Quellenangabe und gilt als schwerer Verstoß gegen wissenschaftliche Integrität, der durch richtiges Zitieren und transparente Quellenarbeit vermieden werden muss.
JoVE: Video: https://www.jove.com/v/41462/plagiarism-citation-ethics

JoVE ist ein wissenschaftliches Journal mit Peer Review, das auf Video aufgezeichnete Experimente aus den Life Sciences publiziert (Video-Streaming-Portal). Zusätzlich zu den Videos sind auch die Anleitungen und Methoden zur Durchführung der Experimente als PDF verfügbar. Ziel ist es, die Reproduzierbarkeit und die Transparenz bei Experimenten zu verbessern.Die JoVE-Artikel, sind in allen relevanten Datenbanken (inklusive PubMed/MEDLINE, SciFinder, Scopus, Chemabstract und Web of Science) indiziert.

Letzter Zugriff: 30.06.2026
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Neues aus der Bibliothek: Universitätsbibliothek MedUni Wien nach ISO 9001:2015 rezertifiziert!

Qualitätsmanagement und Zertifizierung gemäß ISO 9001:2015 an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien!

Liebe Bibliotheksbenutzer:innen!

Seit ihrer Erstzertifizierung 2011 als erste wissenschaftliche Bibliothek Österreichs konnte sich die Universitätsbibliothek MedUni Wien mit Unterstützung durch Evaluation und Qualitätsmanagement im Rahmen der ISO-Zertifizierung qualifizieren. Auch heuer wurde die Universitätsbibliothek MedUni Wien nach erfolgreicher Absolvierung des internen und externen Audits nach DIN EN ISO 9001:2015 rezertifiziert!

Wichtige Punkte für die Zertifizierung sind:

Qualitätsmanagementhandbuch

Das Qualitätsmanagementhandbuch beinhaltet Informationen über die Organisation und thematisiert die Organisationspolitik, Vision und Leitbild der Organisation, messbare Ziele, Selbstverpflichtungserklärung der Leitung, Informationen über die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, die Dokumentenlenkung sowie das Management von Ressourcen, die Prozesslandkarte und die Prozesse sowie das einmal jährlich stattfindende Management Review.

Ziele der Organisation

Ein wesentlicher Punkt des Qualitätsmanagements ist die Festlegung von Organisationszielen und von Kenngrößen, deren Erreichen jährlich überprüft wird.

Prozessdokumentation

Sämtliche kund:innenrelevanten Prozesse sind zu erstellen und laufend zu überarbeiten und in die Prozesslandkarte der Organisation einzuarbeiten.

Dokumentenlenkung

Ein Kriterium für ein Qualitätsmanagementsystem gemäß ISO 9001:2015 ist die Etablierung einer Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen. Alle Schriftstücke sind mit Informationen über Version, Ersteller, Pfad, Erstellungsdatum und Druckdatum zu versehen.

Personelle Ressourcen

Auch im Bereich der personellen Ressourcen fordert die internationale Norm ISO 9001:2015 entsprechende Maßnahmen, wie die ständige Aktualisierung von Organigramm und Arbeitsplatzbeschreibungen, die regelmäßige Durchführung von Mitarbeiter:innengesprächen sowie geeignete Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiter:innen. Ein wesentlicher Aspekt ist in diesem Zusammenhang auch die Mitarbeiter:innenzufriedenheit.

Lieferant:innenbewertung

Ein weiteres Instrument für das Qualitätsmanagement ist eine regelmäßige Lieferant:innenbewertung.

Kund:innenzufriedenheit

Ein zentraler Aspekt für die ISO 9001:2015 ist die Kund:innenzufriedenheit. Die Ermittlung der Kund:innenanforderungen ist sicherzustellen und die Kund:innenzufriedenheit zu erhöhen.

Fehler- und Verbesserungsmanagement

Ein weiterer zentraler Punkt der internationalen Norm ISO 9001:2015 ist das Streben der Organisation nach ständiger Verbesserung. Es ist sicherzustellen, dass eine geeignete Infrastruktur für das Beschwerde- und Fehlermanagement geschaffen wird, die einen wichtigen Beitrag zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess liefert und ein Element des betrieblichen Vorschlagswesens bildet.

Mit der ISO-Zertifizierung wurde ein Ziel des aktuellen Entwicklungsplans der Medizinischen Universität Wien für die Universitätsbibliothek erneut erreicht.

Die Bibliotheksleitung

Neu bei ekg.training: „Der EKG-Trainer: 25 Fälle aus der Präklinik“

Das Portfolio der Plattform ekg.training wurde erweitert um den Kurs „Der EKG-Trainer: 25 Fälle aus der Präklinik“, welcher in der bestehenden MedUni Wien-Lizenz für die Plattform enthalten, und dadurch mit keinen Extrakosten verbunden ist.

In 25 realitätsnahen Fällen aus dem Rettungsdienst wird die strukturierte EKG-Befundung im Kontext der präklinischen Versorgung vermittelt. Die Fallbeispiele greifen typische Situationen und Fragestellungen aus dem Einsatzalltag auf und zeigen praxisnah, wie EKG-Befunde systematisch analysiert und sicher eingeordnet werden können. Der Kurs richtet sich gleichermaßen an Fachpersonal im Rettungsdienst, Notärzt:innen sowie weitere in der Präklinik tätige Berufsgruppen.

Der Kurs wird durch ausführliche Kommentierungen ergänzt, in denen nicht nur die richtige Lösung erläutert, sondern auch auf typische Fehlinterpretationen sowie wichtige Differentialdiagnosen eingegangen wird. Dabei geht es aber nicht nur darum, die richtige Diagnose zu stellen, sondern vor allem auch, die Bedeutung des EKG-Befundes für die weitere Akutversorgung der Patient:innen einordnen, und die nötigen Handlungsschritte daraus ableiten zu können.

Die Fälle umfassen die wichtigsten EKG-Diagnosen im Rettungsdienst. Hierzu zählen unter anderem kardiale Ischämien, tachykarde und bradykarde Herzrhythmusstörungen sowie die akute Rechtsherzbelastung.

Der Kurs umfasst ca. 6 Stunden Bearbeitungszeit.

Die Registrierung für ekg.training ist über folgende Seiten möglich:
Registrierung für Mitarbeiter:innen/Lehrende der MedUni Wien
Registrierung für Studierende der MedUni Wien