Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [377]: Unger, Ludwig – Professor für Kinderheilkunde am Allgemeinen Krankenhaus Wien und Abteilungsleiter am I. öffentlichen Kinder-Krankeninstitut

Unger, Ludwig – Professor für Kinderheilkunde am Allgemeinen Krankenhaus Wien und Abteilungsleiter am I. öffentlichen Kinder-Krankeninstitut

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.07.2026

Keywords: Kinderarzt, Allgemeines Krankenhaus Wien, I. öffentliche Kinder-Krankeninstitut, Medizingeschichte, Wien

Ludwig Unger wurde am 11. Oktober 1846 in Marienthal in Ungarn (heute: Marianka/Slowakei) geboren.

Nachdem er 1865 das deutsche Staatsgymnasium in Leutschau (heute: Levoča/Slowakei) absolviert hatte, begann er an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 23. Dezember 1870 mit seiner Promotion zum Doktor der Medizin und 21. Februar 1871 zum Doktor der Chirurgie abschloss. Daneben leistete er als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst ab und wurde im Jänner 1871 zum Assistenzarzt ernannt und dem Garnisonsspital Nr. 1 in Wien zugeteilt.[1] Im Dezember 1871 erfolgte seine Ernennung zum Reserve-Oberarzt und seine Zuteilung zum Garnisonsspital Nr. 2 in Wien.[2]

Zwischen 1870 und 1875 war Unger als Sekundararzt am St.-Josef-Kinderspital bei dem Primararzt Willibald Edler von Gunz (1817-1883) tätig, wo er seine Fachausbildung in Kinderheilkunde erhielt.[3]

1875 unternahm er Studienreisen nach Frankreich, Italien, der Schweiz und Deutschland. Nach seiner Rückkehr nach Wien führte er als praktischer Kinderarzt eine Ordination in Wien Franzensring 22, und ab den frühen 1880er Jahren in der Renngasse 4, und zuletzt in Wien 9, Ferstlgasse 5.

In den späten 1870er Jahren war er vor allem am Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie in Wien wissenschaftlich tätig. Hier veröffentlichte er 1878 die Arbeit „Ueber amöboide Kernbewegungen in normalen und entzündeten Geweben“ und verfasste 1879 gemeinsam mit dem Leiter des Institutes, Professor Salomon Stricker (1834-1898), die Abhandlung „Untersuchung über den Bau der Großhirnrinde“, die in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien vorgestellt wurde.[4] Weitere Arbeiten waren die 1887 erschienene 50-seitige Abhandlung zur „Pädiatrie“ sowie die 1888 veröffentlichte Studie „Ueber Nephritis nach Varicellen“.

Im Jahr 1888 habilitierte er sich und wurde zum Privatdozenten im Fach Kinderheilkunde ernannt.[5] 1893 geriet er in einen Konflikt mit der Universität Wien, der nach einem Disziplinarverfahren zum Entzug seiner Venia legendi führte. Anlass war seine in der Wiener medicinischen Presse vom 29. Oktober 1892 unter dem Titel „Die Docenten-Misere“ geübte Kritik an den Arbeitsbedingungen von Dozenten an der Universität und das geringe Ausmaß deren Lehrbefugnisse. Der Entzug der Venia legendi bedeutete einen tiefen Einschnitt in seine akademische Laufbahn.

Ab 1896 arbeitete er am II. Anatomischen Institut bei Emil Zuckerkandl (1849-1910), wo er sich morphologischen und histologischen Fragen widmete, die von der k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien finanziell unterstützt wurden. 1906 veröffentlichte er die von Emil Zuckerkandl mit einem Vorwort versehene Studie zur „Untersuchungen über die Morphologie und Faserung des Reptiliengehirns. Mit Unterstützung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften“.[6]

Sein 1890 erschienenes „Lehrbuch der Kinderkrankheiten in kurzgefasster systematischer Darstellung zum Gebrauche für Studierende und Ärzte“, entwickelte sich zu seiner erfolgreichsten Arbeit. Es erschien in mehreren Auflagen (1901 in der 3. Auflage) und wurde unter dem Titel „Manuel de pédiatrie. Exposé concis et systématique des affections infantiles à l’usage des étudiants et des praticiens“ ins Französische übersetzt.

1900 veröffentlichte er die Arbeit „Die Pflege des kleinen Kindes in den Findelanstalten Österreichs“ und „Die Pflege des vorschulpflichtigen Kindes in Krippen, Kinderbewahranstalten und Kindergärten“. Im selben Jahr erschien von ihm ein Aufsatz zu den „Findelanstalten und Ammenanstalten in Österreich“,[7] der auf sein Referat anlässlich der 1898 stattgefundenen Kaiser Franz Joseph Jubiläums-Ausstellung in Wien im Rahmen der Österreichischen Wohlfahrts-Ausstellung über Findelanstalten und Kinderpflege Bezug nimmt.

Neben klinischen Arbeiten veröffentlichte Unger auch eine medizinhistorische Untersuchung, die 1904 erschienene kommentierte Edition samt historischer Einleitung des ersten in deutscher Sprache gedruckten Werkes über Kinderheilkunde des Stadtarztes in Augsburg, Bartholomäus Metlingers: „Das Kinderbuch des Bartholomäus Metlinger (1457-1476). Ein Beitrag zur Geschichte der Kinderheilkunde im Mittelalter“. [Link: ] Damit erschloss Unger eines der frühesten deutschsprachigen Werke zur Kinderheilkunde durch eine kommentierte Edition mit historischer Einleitung.

Erst im November 1906 erfolgte an ihm durch Entschließung Kaiser Franz Josephs die Verleihung eines außerordentlichen Universitätsprofessoren-Titels[8] mit einem Lehrauftrag für Schutzpockenimpfung.[9] 1908 erhielt er den Titel eines ordentlichen Professors. Unger machte sich um das Impfwesen verdient, sprach sich im Fall der Blattern für eine Impfpflicht aus, und hielt u.a. an der Medizinischen Fakultät Vorträge zur Impfkunde und der Schutzpockenimpfung. 1917 publizierte er den von ihm gehaltenen Vortrag zur „Morphologie und Klinik der Vaccination“.[10]

Seit spätestens 1904 war Unger auch noch am I. öffentlichen Kinder-Krankeninstitut tätig, wo er seit etwa 1910 als Vorstand der Abteilung für innere Krankheiten fungierte.

Unger war Mitglied der der Gesellschaft der Ärzte in Wien und hatte hier ab 1892 die Funktion eines zweiten[11] und ab 1893 bis 1910 eines ersten Bibliothekars der Bibliothek übernommen. Ebenso war er Mitglied der Morphologisch-physiologischen Gesellschaft zu Wien, der Gesellschaft für Innere Medizin und Kinderheilkunde in Wien, wo er auch die Funktion des Vermögensverwalters einnahm,[12] sowie der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Seit 1901 war er ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Wiener klinische Rundschau.[13]

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit engagierte sich Unger im evangelischen Frauen-Wohltätigkeitsverein in Wien, wo er unentgeltlich erkrankte Kinder behandelte, als Referent bei den von der Universität Wien durchgeführten öffentlichen Vorlesungen sowie den Ferialkursen der Medizinischen Fakultät. 1907 gehörte er zu den Teilnehmern des Protestes an der Universität Wien gegen die wissenschaftsfeindliche Rede des Wiener Bürgermeisters Lueger am Katholikentag.[14]

Die letzten Lebensjahre verbrachte Unger in großer materieller Bedrängnis und in Armut. Erst durch das Eingreifen von Julius Tandler (1869-1936) erhielt er eineinhalb Jahre vor seinem Tod eine Unterbringungsmöglichkeit im Krankenhaus Lainz. Unger teilte damit das Schicksal vieler älterer Akademiker:innen, Beamt:innen und Pensionist:innen in Wien der frühen 1920er Jahre, die in existenzielle Not gerieten, weil ihre Einkünfte mit der Geldentwertung nicht Schritt hielten. Zu seiner prekären wirtschaftlichen Lage dürften neben der allgemeinen Nachkriegsinflation auch seine unstete Erwerbsbiografie sowie sein langjähriges wissenschaftliches und karitatives Engagement beigetragen haben.

Ludwig Unger verstarb am 4. Jänner 1924 in Wien. Sein Tod fand nicht nur in der internationalen Presse Beachtung, sondern auch im Wiener Feuilleton, wo Ernst Decsey (1870-1941) in einem Artikel mit dem Titel „Der Fluch des Alters“ auf die spezifische Situation des Nachkriegsösterreichs einging und in der Verarmung Ungers den Typus der Nachkriegsgreise sah.[15]

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 170-275a, Unger Ludwig (Rigorosum Datum: 1870).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-697, Unger Ludwig (Rigorosum Datum: 23.12.1870).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-473, Unger Ludwig (Promotion Datum: 21.2.1871).

Literatur:

Atuanyia, Egwuatu: Personalbiographien der Professoren und Dozenten der Kinderklinik an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Wien von 1850 bis 1920. Erlangen: 1972.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: WM038]

Unger, Ludwig: Ueber amöboide Kernbewegungen in normalen und entzündeten Geweben. Aus dem Institute für allgemeine u. experiment. Pathologie in Wien. Sonderdruck aus: Medizinische Jahrbücher. Wien: Wilhelm Braumüller, k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Unger, Ludwig: Pädiatrie. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1887.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Unger, Ludwig: Ueber Nephritis nach Varicellen. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1888.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Unger, Ludwig: Lehrbuch der Kinderkrankheiten in kurzgefasster systematischer Darstellung. Zum Gebrauche für Studirende und Ärzte. 1. Hälfte. Leipzig: Deuticke 1890.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-20152]

Unger, Ludwig: Manuel de pédiatrie. Exposé concis et systématique des affections infantiles à l’usage des étudiants et des praticiens. Lierre: Joseph van In et Cie 1896.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Gesellschaft der Ärzte Bibliothek, Sign.: GÄ-18870]

Unger, Ludwig: Die Pflege des kleinen Kindes in den Findelanstalten Österreichs. Wien: 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 69015]

Unger, Ludwig: Die Pflege des vorschulpflichtigen Kindes in Krippen, Kinderbewahranstalten und Kindergärten. Wien: 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 69013]

Metlinger, Bartholomäus: Ein Regiment, wie man junge Kinder halten soll von mutterleyb bis zu siben jaren mit essen, trinken, paden etc. Hg.: Ludwig Unger. Leipzig, Wien: Deuticke 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 1193]

[1] Die Presse, 24.1.1871, S. 16.

[2] Wiener Zeitung, 10.12.1871, S. 1.

[3] Ärztlicher Bericht des k. k. Bezirks-Krankenhauses Wieden. Wien: 1872. S. 274.

[4] Wiener Zeitung, 19.7.1879, S. 3.

[5] Internationale klinische Rundschau, 2.9.1888, S. 1424.

[6] Untersuchungen über die Morphologie und Faserung des Reptiliengehirns. Mit Unterstützung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Aus dem I. Anatomisches Institut der Wiener Universität. In: Anatomische Hefte, Bd. 31, Wien 1906, S. 269-341.

[7] Soziale Verwaltung in Österreich am Ende des 19. Jahrhunderts. Aus Anlass der Weltausstellung Paris 1900, Wien 1900, S. 33-45.

[8] Wiener Zeitung, 8.12.1906, S. 2.

[9] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 11.12.1906, S. 577.

[10] Medizinische Klinik, Nr. 3, 1917, S. 60-65 und Nr. 4, 1917, S. 91-94.

[11] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 14, 1892, Sp. 566.

[12] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 12, 1919, Sp. 601.

[13] Wiener klinische Rundschau, Nr. 42, 1901, S. 798.

[14] Neue Freie Presse, 26.11.1907, S. 2.

[15] Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 13.1.1924, S. 7.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  50021 (17.07.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50021

Letzte Aktualisierung: 2026.07.17

Logo Margrit Hartl

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [376]: Deutsch, Eduard – Dermatologe, NS-Verfolgter

Deutsch, Eduard – Dermatologe, NS-Verfolgter

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 17.07.2026

Keywords:Dermatologe, Allgemeines Krankenhaus Wien, Medizingeschichte, Wien, NS-Verfolgter

Eduard Deutsch wurde am 16. November 1865 als Sohn von Salomon Leopold Deutsch (1826-1899) und Marie Mina, geborene Ehrenreich, in Mieslitz in Mähren geboren.

1902 heiratete er die in Wien geborenen Elsbeth Brauchbar (1877-1941), mit der er die drei Kinder Margarethe (1903-?), Johannes Leopold (später: Dewton) (1905-1985) und Joseph (später: Dewton) (1909-2005) hatte.

Deutsch studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 29. Juli 1892. Seit 1893 führte er eine Arztpraxis in Wien 18, Kreuzgasse 33,[1] ab 1896 in Wien in Wien 1, Klosterneuburgerstraße 4,[2] ab 1897 in Wien 9, Alserstraße 4,[3] ab 1899 in Wien 7, Mariahilferstraße 22[4] später 82, und schließlich ab 1906 in Wien 1, Gonzagagasse 7.[5] Nach Ableistung seines Militärdienstes wurde er 1895 zum Assistenzarzt der Reserve ernannt.[6]

  1. Syphilisabteilung am Allgemeinen Krankenhaus

Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er bis spätestens 1899 als Assistenzarzt von Eduard Lang (1841-1916) an der II. Syphilisabteilung am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, wo er seine fachärztliche Ausbildung für Dermatologie absolvierte. Hier veröffentlichte er 1899 die Arbeit „Die Behandlung des Lupus vulgaris und Lupus erythematodes mit dem Heissluftstrom“. Nach seinem Ausscheiden aus der Klinik wirkte er noch an der dritten Auflage von Langs Arbeit „Therapeutik für venerische und Hautkrankheit“ mit.

Nach dem Ende seiner Tätigkeit im Allgemeinen Krankenhaus war er in Wien als Facharzt tätig. Daneben publizierte er in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten, darunter 1900 „Der derzeitige Stand der Quecksilbertherapie (mit besonderer Berücksichtigung der Intoxikationsformen und -Fälle)“ und „Das Langsche Spülcystoskop. Zur Desinfektion der Cystoskope“. Es folgte im Jahr 1903 die Arbeit „Zur Injectionstherapie der Syphilis“, 1904 „Syphilis, Schwangerschaft und Vererbung“ sowie 1907 der Aufsatz „Über den therapeutischen Wert des Urogosans bei Urethrozystitis“.[7]

Ärztekammer Wien

Vor dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Deutsch in der ärztlichen Standesvertretung. Bei den Wahlen zur Ärztekammer Wien kandidierte er im Jänner 1904[8] und im Oktober 1907 für ein Mandat als Kammermitglied.[9]

Während des Ersten Weltkriegs war Deutsch als Militärarzt in der dem Reservespital Nr. 9 in Wien zugeteilten Filiale am Henriettenplatz in Wien 15 tätig.[10] 1916 erfolgte seine Beförderung zum Landsturm-Assistenzarzt,[11] 1918 erhielt er das Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration.[12]

Seit 1900 war Deutsch Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.[13] 1922 trat er der Freimaurerloge B’nai Brith als Mitglied bei.

Eduard Deutsch und seine Familie waren jüdischer Herkunft und nach dem „Anschluss“ im März 1938 der Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt. Deutsch verlor die Berechtigung zur Ausübung seines Berufes und war schließlich aus Not gezwungen, sein Mobiliar zu verkaufen. Sein medizinisches Equipment sowie seine Fachbibliothek schenkte er dem Rothschild-Spital. Zuletzt lebte er mit seiner Ehefrau Elsbeth in einer sogenannten Sammelwohnung in Wien 1, Biberstraße 8/6. Von dort wurden beide am 28. November 1941 nach Minsk deportiert und ermordet. Den drei Kindern gelang die Flucht aus Österreich in die USA. Margarethe arbeitete bis 1938 als Röntgenschwester im Allgemeinen Krankenhaus in Wien und wurde nach dem „Anschluss“ fristlos und ohne Abfertigung entlassen. 1948 leitete sie ein Verfahren zur Todeserklärung ihrer Eltern ein.[14]

Quellen:

UAW, Med. Fakultät, Nationalien/Studienkataloge, Sign. 134-0234, Deutsch Eduard (Nationalien Datum: 1886/87).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-64b, Deutsch Eduard (Rigorosum Datum: 1889).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 187-735, Deutsch Eduard (Promotion Datum: 29.7.1892).

IKG Wien, Auswanderungsabteilung, Auswanderungsanträge, 1938-1939, Deutsch Margarethe.

ÖStA, AdR, E-uReang, VVSt., VA, Zl. 33.273, Deutsch Eduard.

Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Deutsch Eduard, Elsbeth.

Literatur:

Deutsch, Eduard: Die Behandlung des Lupus vulgaris und Lupus erythematodes mit dem Heissluftstrom. Aus der Abtheilung des Prof. E. Lang im k.k. allgemeinen Krankenhause in Wien. Sonderdruck aus: Klinisch therapeutische Monatsschrift. Wien: Buchdruckerei „Industrie“ 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Lang, Eduard: Therapeutik für venerische und Hautkranke. Mit textl. Beigabe v. Eduard Deutsch. Wien: Săfář 1899.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Neuburger Bibliothek, Sign.: 64368]

Deutsch, Eduard: Der derzeitige Stand der Quecksilbertherapie (mit besonderer Berücksichtigung der Intoxikationsformen und -Fälle). Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Comp. 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Das Langsche Spülcystoskop. Zur Desinfektion der Cystoskope. Sonderdruck aus: Centralblatt für die Krankheiten der Harn- und Sexualorgane. Leipzig: Druck von C. Grumbach 1900.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Zur Injectionstherapie der Syphilis. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Cie. 1903.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Deutsch, Eduard: Syphilis, Schwangerschaft und Vererbung. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Druck von Gottlieb Gistel & Cie. 1904.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 19, 1893, Sp. 854.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 48, 1896, Sp. 2110.

[3] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1897, Sp. 1072.

[4] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 23, 1899, Sp. 1128.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 38, 1911, Sp. 2502.

[6] Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 20.8.1895, S. 383.

[7] Wiener klinische Rundschau, Nr. 28, 1907, S. 451-453.

[8] Neue Freie Presse, 31.12.1903, S. 8.

[9] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 43, 1907, Sp. 2091.

[10] Neues Wiener Tagblatt, (Tages-Ausgabe), 4.7.1915, S. 14.

[11] Der Militärarzt, Nr. 12, 1916, Sp. 238.

[12] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 16, 1918, Sp. 678.

[13] Wiener klinische Wochenschrift, Nr. 14, 1900, S. 333.

[14] Wiener Zeitung, 8.8.1948, S. 6.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  50013 (17.07.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=50013

Letzte Aktualisierung: 2026.07.17

Logo Margrit Hartl

FRESH eBOOKS: Liste der kürzlich hinzugefügten eBooks: OP-Pflege Prüfungswissen : Fragen und Antworten rund um den OP u.v.m.

FRESH eBOOKS: Liste der kürzlich hinzugefügten eBooks
 

Alle aktuellen eBooks der Universitätsbibliothek können von MedUni Wien Angehörigen im Volltext  am Campus der MedUni Wien oder via Remote Access  abgerufen werden.

Externe Benutzer:innen können nach Erhalt der Bibliothekskarte über das WLAN MUW-Bibliothek im Lesesaal der UB eBooks downloaden.

_______________

Fresh eBooks: Members of MedUni Vienna can get access to all current eBooks from the University Library in full text on the MedUni Vienna campus or via Remote Access . External users can download eBooks after receiving the library card via the MUW library WiFi in the UB reading room. Check out the list of the latest eBooks we’ve just added.

1
 
 
E-Book

Klinische Ethik in der Intensivmedizin

Michalsen, Andrej [HerausgeberIn]Janssens, Uwe [HerausgeberIn]
2026
 
2
 
 
 
3
 
 
 
4
 
 
 
 
5
 
 
 
6
 
 
 
7
 
 
E-Book

Citizen Science – gemeinsam forschen! : ein Handbuch für Wissenschaft und Gesellschaft

Herrmann, Thora [HerausgeberIn]. [VerfasserIn]Brandt, Miriam [HerausgeberIn]. [VerfasserIn]Dörler, Daniel [HerausgeberIn]. [VerfasserIn]Heigl, Florian [HerausgeberIn]. [VerfasserIn]Liedtke, Christin [HerausgeberIn]. [VerfasserIn]Martin, Mike [HerausgeberIn]. [VerfasserIn]Bonn, Aletta [HerausgeberIn]. [VerfasserIn]
2026
 
8
 
 
E-Book

OP-Pflege Prüfungswissen : Fragen und Antworten rund um den OP

Lengersdorf, Brigitte [VerfasserIn]Schelling, Angeliki [VerfasserIn]
2026
 
9
 
 
E-Book

Mein erster Dienst Augenheilkunde

Hohberger, Bettina [VerfasserIn]Mardin, Christian [VerfasserIn]Bergua, Antonio [VerfasserIn]Lämmer, Robert [VerfasserIn]Hennig, Till [VerfasserIn]Zeisberg, Victoria [VerfasserIn]
2026
 
10
 
 
E-Book

KI in der ophthalmologischen Versorgung : Von der Vision zur Praxis – Grundlagen, Anwendungsfelder und Regularien

Wente-Waedlich, Claudia [VerfasserIn]Hildebrand, P. Lloyd [VerfasserIn]Waedlich, Rainer [VerfasserIn]
2026
 
 

12

 
 
 

13

 
 
E-Book

Krankenhaus-Report 2026 : Reformperspektiven

Scheller-Kreinsen, David [HerausgeberIn]Wasem, Jürgen [HerausgeberIn]Beivers, Andreas [HerausgeberIn]Mostert-Brenck, Carina [HerausgeberIn]
2026
 

14

 
 

15

 
 
E-Book

Endoprothetik der Schulter

Scheibel, Markus [HerausgeberIn]Niemeier, Andreas [HerausgeberIn]Brunner, Ulrich [HerausgeberIn]
2026
 

16

 
 
E-Book

Praxis der Lappenplastiken

Vogt, Peter M. [HerausgeberIn]
2026
 

17

 
 
E-Book

Klettermedizin : Grundlagen, Unfälle, Verletzungen und Therapie

Schöffl, Volker, 1965- [HerausgeberIn]Schöffl, Isabelle, 1976- [HerausgeberIn]Lutter, Christoph, 1987- [HerausgeberIn]Hochholzer, Thomas, 1958- [HerausgeberIn]
2026

18

 
 
E-Book

Endometriose verstehen und bewältigen : Schmerzen lindern durch Bewegung und Resilienz

Falconnier, Andrea [VerfasserIn]Schulte, Volker [VerfasserIn]
2026
 

Logo Margrit Hartl

Letzte Aktualisierung: 02.07.2026

Scientific Writing Hacks: Richtlinie der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität zur guten wissenschaftlichen Praxis

Hack #89:
Richtlinie der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität zur guten wissenschaftlichen Praxis

„Wissenschaftliche Integrität ist sowohl für die Qualität von Forschungsergebnissen als auch für den respektvollen Umgang aller am Forschungsprozess Beteiligten eine zentrale Voraussetzung. Ebenso ist sie grundlegend für die Erhaltung des Vertrauens der Gesellschaft in die wissenschaftliche Arbeit.“
Hier stellen wir die ÖIAW Richtlinie 2026 als PDF zur Verfügung:

OEAWI Richtlinie 2026.pdf

Letzte Aktualisierung: 10.07.2026
___________________________________________________

Scientific Writing Hacks: JoVE: Information Literacy: Reference & Citation Tools in Practice

Hack #88: JoVE: Video zum Thema Information Literacy: Reference & Citation Tools in Practice
Zitationen dienen nicht nur der Quellenangabe, sondern stärken wissenschaftliche Arbeiten durch belegte Argumente und lassen sich mit digitalen Tools effizient verwalten und formatieren, wobei die Ergebnisse stets überprüft werden sollten, um Fehler zu vermeiden und wissenschaftliche Integrität sicherzustellen.
JoVE: Video: https://www.jove.com/v/41461/reference-citation-tools-in-practice

JoVE ist ein wissenschaftliches Journal mit Peer Review, das auf Video aufgezeichnete Experimente aus den Life Sciences publiziert (Video-Streaming-Portal). Zusätzlich zu den Videos sind auch die Anleitungen und Methoden zur Durchführung der Experimente als PDF verfügbar. Ziel ist es, die Reproduzierbarkeit und die Transparenz bei Experimenten zu verbessern.Die JoVE-Artikel, sind in allen relevanten Datenbanken (inklusive PubMed/MEDLINE, SciFinder, Scopus, Chemabstract und Web of Science) indiziert.

Letzter Zugriff: 30.06.2026
___________________________________________________

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [375]: Langer-Zuckerkandl, Helene Wally – Biologin, NS-Verfolgte

Langer-Zuckerkandl, Helene Wally – Biologin, NS-Verfolgte

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 08.07.2026

Keywords: Biologin, Militärspital, Medizingeschichte, Prag, Knittelfeld, NS-Verfolgte

Helene Wally Langer-Zuckerkandl wurde am 14. Juli 1888 als Tochter des Unternehmers Maximilian Nothmann (1843-1894) und Clara Nothmann (1867-1939), geborene Stoll, in Petrópolis im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro geboren. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1894 übersiedelte ihre Mutter mit ihren Kindern nach Deutschland, während Helene zu ihrer Cousine Therese Zuckerkandl (1862-1942) und deren Ehemann, dem Juristen und Wirtschaftswissenschafter Robert Zuckerkandl (1856-1926) nach Prag kam und von ihnen adoptiert wurde. Robert Zuckerkandl war ein Bruder der Mediziner Emil Zuckerkandl (1849-1910) und Otto Zuckerkandl (1861-1921).

Nach der Matura im Jahr 1908 in Prag begann sie an der Deutschen Universität in Prag ein naturwissenschaftliches Studium mit den Schwerpunkten Pflanzenphysiologie und physikalische Chemie. 1912 promovierte sie im Fach Biologie. Im selben Jahr veröffentlichte sie die am Pflanzenphysiologischen Institut der Deutschen Universität in Prag entstandene Arbeit „Die Wirkung der Narkotica auf die Plasmastörung“.[1] Im Sommersemester 1913 setzte sie ihre Studien bei dem Botaniker Ernst Stahl (1848-1919) an der Universität Jena fort. Im August 1916 heiratete sie in Prag den Juristen und Techniker Wilhelm Viktor Gustav Langer (1887-1973). Aus der Ehe gingen die drei Kinder Emma (1919-1999), Herta (1921-1990) und Gerhard Lange (1923-2016) hervor.

Während des Ersten Weltkrieges war Helene Langer-Zuckerkandl zunächst als Krankenschwester in Prag und anschließend als Bakteriologin im bakteriologischen Labor des k.u.k. Spitals in Knittelfeld tätig. 1917 veröffentlichte sie die Arbeit „Ueber den Einfluß von Metallsalzen auf die Diastase in lebenden Pflanzenzellen“ sowie gemeinsam mit Arnold Baumgarten (1879-1939) die Studien „Ueber den Zuckergehalt der gebräuchlichen Nährböden und dessen Bedeutung für die Differentialdiagnose der Paratyphusbazillen“ und „Über elektive Choleranährböden“. Bereits 1916 hatte sie gemeinsam mit Baumgarten am Wissenschaftlichen Abend der Militärärzte der k.u.k. Armee (Feldpost 510) teilgenommen.[2]

Sie war Mitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft war Helene Langer-Zuckerkandl nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland zunehmend der Verfolgung ausgesetzt. Sie blieb in Deutschland, um ihre kranke Adoptivmutter Therese Zuckerkandl zu betreuen, zumal ihre Ehe mit einem nichtjüdischen Partner zunächst einen gewissen Schutz gewährte. Nach den Novemberpogromen vom 9. und 10. November 1938 wurde sie kurzzeitig verhaftet. Der Schutz, den ihr ihre brasilianische Staatsbürgerschaft, die sie seit ihrer Geburt besaß, zunächst gewährte, entfiel nach der Kriegserklärung Brasiliens an Deutschland im Jahr 1942.

Am 14. Juni 1944 erhielt sie von der Gestapo den Bescheid über ihre bevorstehende Deportation. Zwei Tage später, am 16. Juni 1944, beging sie im Jenaer Mühltal Suizid. Zum Gedenken an Helene Zuckerkandl-Langer wurde am 7. Mai 2008 in Jena vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Weinbergstraße 4a ein Stolperstein verlegt.

Quelle:

Jüdische Lebenswege in Jena. Erinnerungen, Fragmente, Spuren, Bd.18, Jena 2015, S .309-311.

Stolpersteine-Jena: Dr. Helene Wally Langer.

Find a grave: Helene Langer.

Literatur:

Zuckerkandl-Langer, Helene Wally: Ueber den Einfluß von Metallsalzen auf die Diastase in lebenden Pflanzanzellen. Aus dem bakteriologischen Laboratorium des k.u.k. Spitales Knittelfeld (Spitalskommandant Oberstabsarzt Prof. Dr. Arnold Wittek). Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien: Druck von Bruno Bartelt 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Baumgarten, Arnold und Helene Wally Zuckerkandl-Langer: Ueber den Zuckergehalt der gebräuchlichen Nährböden und dessen Bedeutung für die Differentialdiagnose der Paratyphusbazillen. Sonderdruck aus: Wiener klinische Wochenschrift. Wien, Leipzig: Wilhelm Braumüller k.u.k. Hof- und Universitäts-Buchhändler 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Baumgarten, Arnold und Helene Wally Zuckerkandl-Langer: Über elektive Choleranährböden. Aus dem bakteriologischen Laboratorium des k. u. k. Spitales Knittelfeld (Spitalskommandant Oberst.-Arzt Prof. Dr. Arnold Wittek). Sonderdruck aus: Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten. Leipzig: Verlag von Veit & Comp. 1917.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Biochemische Zeitschrift, Bd. 45, 1912, S. 412-451.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr. 12, 1917, Sp. 584.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  49859 (08.07.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=49895

Letzte Aktualisierung: 2026.07.08

Logo Margrit Hartl

Aus den medizinhistorischen Beständen der Ub MedUni Wien [374]: Welponer, Egidio – Gynäkologe, Assistenzarzt an der III. geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Gründer des Sanatorio Triestino in Triest

Welponer, Egidio – Gynäkologe, Assistenzarzt an der III. geburtshilflichen Klinik im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Gründer des Sanatorio Triestino in Triest

Autor: Dr. Walter Mentzel

Published online: 06.07.2026

Keywords: Gynäkologe, Hebammen-Klinik, III. geburtshilflichen Klinik, Allgemeinen Krankenhaus Wien, Sanatorio Triestino, Medizingeschichte, Wien, Triest

Egidio (Egid) Welponer wurde am 26. November 1848 in Triest im österreichischen Küstenland (heute: Italien) geboren. Er war mit Laura Braun von Fernwald (1857-), einer Tochter des Gynäkologen Carl Braun von Fernwald (1822-1891), Professors an der I. Geburtshilflichen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien und Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Welponer studierte an der Universität Wien Medizin und promovierte am 2. Juli 1873. Anschließend leistete er als Reserve-Oberarzt seinen Militärdienst ab,[1] und eröffnete in Wien 9, Alserstraße 4, eine Privatpraxis. Nach seiner Promotion trat Welponer in die von Gustav August Braun (1829–1911), dem jüngeren Bruder Carl Braun von Fernwalds, geleitete Hebammenklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien ein. Nach deren Umbenennung in die III. Geburtshilfliche Klinik war er dort seit etwa 1875 bis zu seiner Berufung nach Triest im April 1881 als Assistent von Braun tätig. Während dieser Zeit veröffentlichte er mehrere wissenschaftliche Arbeiten, darunter „Beitrag zur Schatz’schen Umwandlung von Gesichtslage zu Hinterhauptslage durch äussere Handgriffe“, „Klinischer Bericht der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun für das Jahr 1874“, „Ueber die Anwendung der Induktions-Elektrizität zur Einleitung der künstlichen Frühgeburt“, „Zur Pilocarpinfrage bezüglich der Einleitung der künstlichen Frühgeburt“ sowie „Exstirpation beider Ovarien wegen Hystero-Epilepsie. Heilung“.[2] Neben seiner Tätigkeit an der Klinik hielt er Vorträge vor dem Unterstützungsverein für Hebammen.

Hebammen-Lehranstalt in Triest

Im Jahr 1896 gründete er gemeinsam mit dem aus Triest stammenden Chirurgen Theodor Escher das 1897 eröffnete Sanatorio Triestino, eine angesehene Privatklinik für Chirurgie und Gynäkologie. Von 1905 bis 1908 stand er als Präsident der Associazione Medica Triestina an der Spitze der Triester Ärzteschaft.

Im April 1881 wurde Welponer zum Professor der Geburtshilfe an der Hebammen-Lehranstalt in Triest ernannt;[3] seit 1892 gehörte er dem Landes-Sanitätsrat des österreichischen Küstenlandes an.[4]

Welponer wirkte an der Herausgabe des „Centralblatt für die gesammte Therapie“ mit und war Mitglied des Triester Zweigvereins der k.k. Gesellschaft zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheiten.[5] 1906 wurde ihm der Titel eines Regierungsrates verliehen.[6]

Egidio Welponer verstarb am 19. Juli 1933 in Triest.

Quellen:

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 177-428a, Welponer Egid (Rigorosum Datum: 1872).

UAW, Rektorat, Med. Fakultät, Rigorosen- und Promotionsprotokolle, Sign. 182-44, Welponer Egid (Promotion Datum: 2.7.1873).

Literatur:

Welponer, Egidio: Beitrag zur Schatz’schen Umwandlung von Gesichtslage zu Hinterhauptslage durch äussere Handgriffe. Sonderdruck aus: Archiv für Gynäkologie. Berlin: Verlag von August Hirschwald 1877.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Welponer, Egidio: Klinischer Bericht der geburtshilflichen Klinik des Prof. Gustav Braun für das Jahr 1874. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1877.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Welponer, Egidio: Ueber die Anwendung der Induktions-Elektrizität zur Einleitung der künstlichen Frühgeburt. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Presse. Wien: Verlag von Urban & Schwarzenberg 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

Welponer, Egidio: Zur Pilocarpinfrage bezüglich der Einleitung der künstlichen Frühgeburt. Sonderdruck aus: Wiener medizinische Wochenschrift. Wien: bei L.W. Seidl & Sohn 1878.

[Zweigbibliothek für Geschichte der Medizin/Separata Bibliothek]

[1] Der Militärarzt, Nr. 18, 1873, Sp. 140.

[2] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr.30, 1879, Sp.803-806.

[3] Wiener Zeitung, 13.4.1881, S. 8.

[4] Rundschau. Wochenschrift für die Interessen der Pharmazie, Chemie, Hygiene und der verwandten Fächer, 1892, S. 434.

[5] Wiener medizinische Wochenschrift, Nr.28, 1914, Sp. 1610.

[6] Wiener Zeitung, 4.9.1906, S. 1.

Normdaten (Person):  : BBL; GND:

VAN SWIETEN BLOG der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien
BBL:  49757 (06.07.2026)
URL: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=49757

Letzte Aktualisierung: 2026.07.06

Logo Margrit Hartl

FAQ Open Access

FAQ Open Access auf der Website der Ub MedUni Wien

Die FAQ‐Seite zum Thema Open Access ist besonders nützlich, weil sie verständlich wichtige Begriffe, Konzepte und Regeln rund ums Open Access‐Publizieren erklärt – von der Grundidee über Publikationsmodelle bis hin zu rechtlichen und technischen Aspekten. Sie hilft Autor:innen dabei, schnell Orientierung zu bekommen, z. B. welche OA-Modelle es gibt, wie Lizenzen funktionieren oder was Begriffe wie Preprint/Postprint bedeuten. Gleichzeitig wird erklärt, wie OA an der MedUni Wien umgesetzt wird.

https://ub.meduniwien.ac.at/services/open-access-publizieren/faq-open-access/

Letzter Zugriff: 30.06.2026
___________________________________________________